Mouse Tracking als Conversion Tool
Bei der Analyse von Websites, Landingpages oder Online Shops sind neben der Webanalyse und dem UseLab auch Auswertungen der Mouse-Bewegungen auf der Seite hilfreich, um Conversion Optimierungs Potenziale erkennen zu können. Das Auswerten der Mouse-Bewegungen soll Aufschluss darüber geben, wohin die User klicken.
Warum das Mousetracking Eyetracking nicht ersetzen kann, liegt auf der Hand: Es werden nur die Bewegungen der Mouse und die getätigten Klicks aufgezeichnet. Das heißt, so lange ich nur lese, tut sich am Bildschirm gar nichts. Interessant ist aber der Zusammenhang zwischen der Mouse Bewegung und Blickbewegung. Eine Studie aus dem Jahr 2003 zeigt, dass 35% der User gelesenen Text am Bildschirm mit der Maus verfolgen. (Quelle: MUELLER, F. ; LOCKERD, A.: Cheese: Tracking Mouse Movement Activity on Web- site – a Tool for User Modeling. MIT MediaLab: Cambridge 2003).
Insofern kann das Mouse Tracking zumindest rudimentär zur Analyse von Blickverläufen auf Websites verwendet werden und eignet sich daher (zumindest bedingt) als Analyse Tool zur Conversion Optimierung. Auf dem Markt gibt es verschiedene Systeme zum Mousetracking.
Mouse Tracking Anbieter
- m-pathy
- clicktale
- scoreberlin
- smt (simplemousetracking)
- …
Mouse Tracking – was ist das?
Auf den Punkt gebracht, werden beim Mouse Tracking die Bewegungen des Users mit der Maus aufgezeichnet. Das heiße jede Bewegung, die ich am Bildschirm mit der Maus durchführe, wird von einem System (später mehr zur Technologie und Implementierung) aufgezeichnet. Somit können Bewegungen auf Websites nachvollzogen und über mehrere Besucher aggregiert werden.
Mouse Tracking – Vorteile
Die Vorteile beim Onsite-Tracking liegen auf der Hand: Man muss keine Probanden interviewen, beobachten, einladen, etc. Der User wird aus seiner gewohnten Umgebung nicht herausgerissen und kann ungestört surfen. Ein großer Vorteil ist auch, dass es sich bei den “Testkandidaten” um die reale Zielgruppe handelt, da sie Ihre Website tatsächlich anschauen.
Hier die Vorteile auf den Punkt gebracht:
- Live Situation – keine Testumgebung
- Testprobanden sind gleichzeit auch Zielgruppe
- Abbilden von Nutzerinteressen
- Kostengünstig
- User “lesen” mit der Mouse
Mouse Tracking – Funktionsweise
Der Mouse Tracker zeichnet letztlich die Koordinaten der Mouse auf dem Bildschirm auf. Der Bildschirm, der in Pixel aufgeteilt ist, dient also als Raster für die Mouse, mit der ich Bewegungen vollziehe. Ein Script zeichnet genau diese Koordinaten und Aktionen mit der Mouse auf.
Mouse Tracking – Implementierung
Technisch gesehen, reicht es, ein Script im Quellcode der Seite zu implementieren. Am Beispiel von Clicktale wird dieses vor dem dem Body Tag und am Ende des Body Tags eingebunden. Anschließend werden alle Mouse-Bewegungen automatisch vom System erfasst.
Mouse Tracking – Auswertungen (Beispiel clicktale)
Das Mouse Tracking bietet ähnliche Auswertungsmöglichkeiten wie das Eyetracking. Hier ein paar Beispiel vom Blog www.conversiondoktor.de.
Heatmap
Die Heatmap zeigt wie beim Eyetracking die Bereiche der Website in Rot-Tönen an, die häufig geklickt werden. Blaue Bereich werden weniger häufig geklickt. Auf diese Weise bekommt man einen Überblick über beliebte Linkziele und Bereiche die wenig oder gar nicht geklickt werden.
In der Heatmap können zusätzlich folgende Werte ausgegeben werden:
- Clicks
- Hovers
- Hover conversion
- Time To Click
- Hover Time
- Hesitation
- Hover Order
- Clicking Visitor
Scrolling Heatmap
Die Scrolling Heatmap gibt an, welche Bereiche beim Scrollen häufig betrachtet werden, weil sie im sichtbaren Bereich liegen. Ein Wert von 100% ist für die Starseite auf der ersten sichtbaren Bereich ein Standard-Wert. Hat man auf seiner Website im unteren Seitenbereich nur blaue Bereiche, so muss man daraus schlussfolgern, dass kaum oder kein User den unteren Seitenbereich angesurft hat. Aus dieser Heatmap kann man Rückschlüsse auf Bereiche ziehen, die interessanter gestaltet werden müssen, sodass der User ein Interesse dafür bekommt, den unteren Seitenbereich auch anzuschauen.
Mouse Tracking als Webanalytics-Ersatz?
Das Tool clicktale ist in der Lage verschiedenste Metriken auszugeben. Neben beliebten Seiten, Referrern und Ladezeit von Seiten können folgende Werte ermittelt werden:
- Time on Page
- Visitor Details
- Engagement Time (TM)
- Page Load Time
- Referrer
Dies macht das Tool zu einer “kleinen” Konkurrenz von Webanalyse-Tools wie Google Analytics und Co. Allerdings liegt hier der Fokus nach wie vor auf dem Abbilden von Mouse-Bewegungen. Da das Javascript allerdings wie ein Tracking-Script eingebunden ist, können auch viele Werte eines Analyse-Tools mit ausgegeben werden. Hier gibt es Informationen zu neuen Funktionen in Google Analytics >>
Mouse Tracking zur Conversion Optimierung
Ein kurzer Einblick in das Tool clicktale zeigt, dass hiermit eine Mini-Ist-Analyse von Websites, Shops und Landingpages möglich ist, um Conversion Killer auffinden zu können. Diese können anschließend beseitigt werden, um die Conversion Rate von Websites steigern zu können.
Welche Rückschlüsse kann ich aus den Mouse-Tracking Analysen ziehen?
- Welche Bereiche werden stark genutzt?
- Welche Bereiche gehen komplett unter?
- Was sind beliebte Klickziele?
- Wird meine Navigation genutzt oder wird eher im Content geklickt?
- Welche Navigation wird genutzt (primär, sekundär)?
- Findet der User meine CallToActions?
- Wird Text gelesen, oder nur überflogen?
- Welche Seiten werden intensiv gelesen (Engagement Time TM von clicktale)?
- Wie ist die Ladezeit von Landingpages (wichtig für Google Quality Score)?
- Wie gehen User mit meinen Formular-Feldern um (Form-Analytics von clicktale)
- …
Fazit
Mouse Tracking bietet ein kleinen Einblick in die Köpfe der User, oder besser gesagt auf die Hände der User. Man darf dabei nicht vergessen, dass der User nicht alles mit der Hand vollzieht. Interaktion kann mit Mousetracking abgebildet werden, allerdings können nur Eyetracker auch die Orientierungsphasen von Usern abbilden. Mit Think-Aloud ist man zusätzlich in der Lage, die Gedanken der User in bestimmten Momenten zu erfragen.
Allerdings muss angemerkt werden, dass der Aufwand, den man beim Mouse-Tracking betreibt, sehr gering ist, da der Tracker die Daten automatisch sammelt. Insofern können Klicktracker, oder Mousetracker durchaus für eine Analyse einer Website herangezogen werden, um Schwachstellen aus Conversion-Sicht aufzudecken.






[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Olaf und lupi , Gabriel Beck erwähnt. Gabriel Beck sagte: #Conversion Schwachstellen mit #Mousetracking finden. So geht's –> http://tr.im/mousetracking #cro #usability [...]
Add A Comment