Uniformierung im Web – Warum best practices nicht immer gut sind!




Als aufmerksamer Leser vom conversiondoktor Blog wird man wissen, dass hier immer wieder Testkonzepte vorgestellt werden. Ideen und Konzepte, die in unserem Optimierer Alltag bei explido für unsere  Kunden getestet wurden. Die Betonung liegt auf Testkonzepten – nicht auf best practices. Best practices werden verständlicherweise deswegen angefragt, weil es sich ja bei anderen schon bewährt hat. Deswegen kann man ja mal schnell auf Bewährtes zurückgreifen…

Warum best practices oder copy cats nicht immer nachahmungswürdig sind, sollen die folgenden Zeilen zeigen…

Das „schlimmste“ best practice zeigt der folgende Screenshot:

Best Practice

 

Wieso ist das so schlimm? Jeder Mensch da draußen, der sich mit Online Marketing, E-Commerce oder halt nur mit dem Internet beschäftigt, weiß doch, dass amazon everybody’s darling ist.

Dies hat auch eine Studie des ECC-Handel ergeben:

ECC Handel Studie

 

Auch die von Statista und EHI veröffentlichte Infografik zeigt, wie „mächtig“ die Umsätze von amazon im Vergleich zu Konkurrenz ist:

infografik_642_Top_10_Online_Shops_in_Deutschland_nach_Umsatz_n

 

Also warum auf amazon rumhacken?

Angeblich testen die so viel. „Jeden Tag ein Test auf irgendeiner Seite“ so die Gerüchteküche. Angeblich haben die eine Conversion Rate von ca. 20%. D.h. jeder fünfte Besucher auf dieser Webseite kauft. (Bitte dieses Zahl nicht als journalistisch sauber recherchiert ansehen und schon gar nicht mit der eigenen → Conversion Rate vergleichen). Ich hacke nicht auf amazon rum, sondern auf der Tatsache, dass viele Shopbetreiber diesem Vorbild hinterherhecheln, wie ein Hund dem Stöckchen. Doch was passiert, wenn man amazon oder den eigenen Wettbewerber imitiert?

 

Wer will eine Detailseite, die 3 mal so hoch ist wie David Hasseloff?

Hand aufs Herz: Wer findet eine amazon Produktdetailseite gut? Ich finde darauf nie das, was ich suche. Keine Ankerlins, Tabs, oder sonst etwas, was diese Seite strukturieren würde. Also warum sollte das ein best practice sein?

Die Kollegen bei den Conversion Rate Experts haben das visuell schön auf den Punkt gebracht, denn die Produktdetailseite für das kindle ist 3mal so hoch wie David Hasseloff. Hier noch der Screenshot der alten Seite > kann man sich gerne auch mal aktuell anschauen (Kindle Detailseite)

Detailseite 3mal so hoch wie Hasselhoff

(→ Bildquelle)

 Was bei Dir funktioniert, muss bei mir noch lange nicht funktionieren!

Ich habe es schon öfter erlebt, dass wir beim Wettbewerber eines Kunden „gespitzelt“ und Wochen später ernüchternd auf Testergebnisse geblickt haben, die uns zu sagen schienen: „Mit mir nicht“. Wer die Marktbegleiter imitiert, wird nicht besser sein als sie, sondern höchstens gleich gut.

Und Funktionalitäten, Layouts, Designs oder ähnliches zu imitieren, führt unweigerlich dazu, dass die Website-Besucher keine Einzigartigkeit mehr beim Surfen im Web erleben.

  • Wo ist der USP?
  • Wo ist der UVP?
  • Wie schafft man es dann in das relevant Set eines Website-Besuchers?

Das würde einer Uniformierung im Netz gleich kommen. Webseiten, die alle gleich aussehen, unterscheidbar einzig und allein durch Logo, Impressum und Preise?

Der Preis ist heiß – oder eben auch nicht!

Aufgrund der Transparenz im Web wird es nicht einfach,  sich einzig und allein durch Preisführerschaft abzusetzen. Denn zum Kauferlebnis im Web gehört nicht ausschließlich der Preis.

Jeder Shop, jede Webseite, jede Marke, jedes Unternehmen hat seinen eigenen USP (unique selling proposition) – und genau den gilt es herauszuarbeiten. Nischen suchen und besetzen, Services bieten, die sonst keiner hat, Absetzen von der Masse – das sind Maßnahmen, die uns unterscheiden von allen anderen. Eine einzigartige User Experience schaffen, die uns abhebt von anderen 0815 shops!

Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele best practices eben nicht einfach übertragbar waren, weil der Wettbewerber andere Prozesse im Hintergrund hat, die uns seine Webseite nicht so ohne weiteres offenbart hat. Bevor man also blauäuig die Website des Konkurrenten „nachbaut“, sollte man genau überlegen, ob die es die eigenen Prozesse, technischen Rahmenbedingungen, der Markenkern oder das Corporate Design zulassen, dass man Ideen einfach kopiert. Und ob es dann auch noch funktioniert, sei mal dahingestellt – wir können auch vom Gegenteil ein Lied singen!

Imitation, Inspiration, innovation, iteration

Man kann sich gut und gerne Ideen und Inspiration beim Wettbewerb holen, allerdings sollte man diese weiterentwickeln, auf die eigenen Geschäftsmodelle anpassen aber vor allem eins: immer und immer wieder verbessern, um sich vom Wettbewerb absetzen.

Wer ein paar Inspirationen sucht >> hier gibt es ein → PDF mit 10 Testkonzepten zum Download (gegen einen Tweet, oder Share) oder ein paar → Testkonzepte im Blog.

Selbst schon erlebt, dass man kopiert wurde, oder selber kopiert? Wie sind die Erfahrungen?

UPDATE:

Johannes Altmann (Shoplupe) hat zufälligerweise auch heute ein Artikel im Shopbetreiber-Blog zum Thema „E-Mail von Altmann: Warum Sie von Amazon nichts lernen sollten!“ geschrieben.

 








About the author
Gabriel Beck
Gabriel Beck ist Mitglied der Geschäftsleitung beim Conversion Spezialist Web Arts AG. Kontakt zu: Google+ Facebook Fanpage




2 Kommentare für: Uniformierung im Web – Warum best practices nicht immer gut sind!

Christopher

Schöner Artikel! Danke dafür. Man orientiert sich gern an bewährten Vorgehensmodellen. Schön beschrieben, dass es eben nicht funktionieren muss … eher funktionieren kann. Und das Gott sei Dank und die eigene Innovationskraft und Kreativität gefordert ist!

Links der Woche: 9 Tipps zur Steigerung der Conversionrate, die neue Musterwiderrufsbelehrung 2014 » Take-me-to-auction

[…] von Altmann: Warum Sie von Amazon nichts lernen sollten! Via: Shopbetreiber-Blog passend dazu: Uniformierung im Web – Warum best practices nicht immer gut sind! Via: […]





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