Was ist eine gute Conversion Rate? // Eine Frage für die Tonne!




Es gibt so Fragen, die ich im Berufsalltag als Conversion Optimierer immer und immer wieder höre, die aber streng genommen nicht beantwortet werden sollten. Dazu gehören zum Beispiel:

Was ist eine gute Conversion Rate?

Sind 3% Conversion Rate gut?

Was ist eine durchschnittliche Conversion Rate im Bereich Fashion, etc?

Ist meine Conversion Rate besser als die des Wettbewerbers?

Meine Antworten auf diese Fragen möchte ich etwas detaillierter widergeben, damit man versteht, warum diese Fragen eigentlich für die Tonne sind (sorry für den Ausdruck).

Was die Conversion Rate ist und wie man sie berechnet, werde ich nicht erläutern, dazu gab es auch schon einen Blogpost → Conversion Rate

Ich warne gleich mal vor der Länge des Artikels 😉

 

Stein des Anstoßes – Website Boosting Artikel von André Morys

Der geschätzte Conversion Experte André Morys hat in der ebenso geschätzten Website Boosting (Ausgabe 05/06 – 2012) einen Artikel über „Die drei Phasen des Online Kaufprozesses“ verfasst. Hierin stellt er die folgende These auf:

Die Kennzahl ohne den Vergleich (Benchmark) sagt nichts aus.

(vgl. André Morys, Website Boosting, Ausgabe 05/06, 2012, S.68).

Gemeint ist die Conversion Rate, die vorab mit einem Auto verglichen wird. Ein Auto, dass nur 20 km/h fährt, ist solange nett, wie man nicht weiß, dass es Autos gibt, die 120km/h fahren können. Mit meinen Worten ausgedrückt: 2% Conversion Rate sind ok, solange man nicht weiß, dass der Wettbewerb 3,5% CR hat. André nennt dies auch „Das Glück liegt im Vergleich“.
Warum überhaupt die Frage nach der Vergleich von Conversion Rates?

Website-Betreiber, oder Online Marketing Verantwortliche stellen diese Fragen, um herauszufinden, ob ihre Website gut ist. Was auch immer gut bedeutet. Doch wenn man genau hinhört, verbirgt sich hinter diesen Fragen eigentlich etwas ganz anderes. Die Websitebetreiber oder Verantwortlichen wollen schlicht und ergreifend wissen: Habe ich meinen Job gut gemacht? Bin ich besser als andere? Bin ich wettbewerbsfähig? (Ängstlich gefragt: Habe ich morgen noch meinen Job?) Es geht einfach darum, eine Bestätigung dafür zu bekommen, dass man das, was man täglich macht auch gut macht und dass es den Fortbestand sichert.

Daher frage ich:

Was ändert sich denn, wenn man sagt: Eine durchschnittliche Conversion Rate bei Online Shops liegt bei ca. 3,1% und Deine Seite hat 1,5%?

Oder :

Was würde amazon machen, wenn sie erfahren, dass sie eine überdurchschnittliche Conversion Rate haben – alles vor sich hindümpeln lassen? Wohl eher nicht! (Ich glaube mal gehört zu haben, dass amazon eine Conversion Rate von 20% hat).

Die Conversion Rate hat noch nichts mit dem Umsatz zu tun!

Was nützt mir eine Conversion Rate von 10%, wenn ich nur 10.000 Besucher im Monat habe? Der Wettbewerb hat 50.000 Besucher und nur 3% Conversion Rate – damit liegt er vorne (1.500 vs. 1.000 Bestellungen). Streng genommen interessiert hier nicht mal die Anzahl der Bestellungen, sondern eher der Umsatz und noch genauer genommen eigentlich der Gewinn.

Also: Was bringt mir der Vergleich der Conversion Rate? Sollte ich als kleiner Shop die 3% Conversion Rate des Wettbewerbers als Ziel anvisieren? Sollte ich mein Auto also auf 20km/h drosseln, wenn ich doch eigentlich schon bei 120km/h bin? Bin ich 6x so schnell wie der Wettbewerb? Habe ich 6x mehr Umsatz? Macht es nicht mehr Sinn, mich um Markenbekanntheit und sinnvollen Traffic-Einkauf zu kümmern und zusätzlich an der Effizienz (genau das sagt die Conversion Rate nämlich eigentlich aus) meines Shops weiterarbeiten? Ein gesunder Mix aus Traffic Einkauf und Conversion Optimierung kann dem Wettbewerb sehr schnell alt aussehen lassen.

Es geht nicht nur um Geschwindigkeit!

Um bei dem Bild des Autos zu bleiben: Ich kann gut und gerne 240km/h auf die Strasse bringen, wenn der Wettbewerb allerdings genau so schnell fährt und eine bessere Übersetzung (Drehmoment) hat, wird er diese Geschwindigkeit schneller erreichen und hat das Rennen trotzdem gewonnen.

Die Conversion Optimierung als Kennzahl der Effizienz (Wandlung von Besuchern zu Käufern) würde ich eher als die Übersetzung oder Drehmoment bezeichnen. Ein Auto, dass die Kraft effizient auf die Straße bringt und zusätzlich noch genügend Traffic (PS als Einheit der Leistung) besitzt, kann das Rennen gewinnen. Hier gehe ich mit André Morys konform: Es braucht beides, um das Rennen zu gewinnen.

 

Ein Vergleich bringt nichts!

Was bringt also der Vergleich der eigenen Conversion Rate mit der eines Wettbewerbers? NICHTS!

Angenommen man hat selbst als kleiner Shop mit rudimentären SEO Kenntnissen und kleinem SEA Budget begonnen und sich langsam gemausert. Man hat sich über die Zeit im hartumkämpften Markt einen Namen gemacht und freut sich darüber, aus dem Gröbsten raus zu sein. Doch plötzlich betritt ein neuer Wettbewerber den Markt und hat einen Investor mit viel Geld in der Tasche im Hintergrund. Beide setzen sich zusammen, laden eine Kreativ-Agentur ein und lassen sich tolle Offline Werbekampagnen einfallen. Anschließend klingelt die Performance Marketing Agentur des Vertrauens an der Tür und zeigt Mittel und Wege auf, wie man mit Display, SEA und Co. für Markenbekanntheit im Web sorgt. Ein paar virale Clips runden das ganze Paket ab. Jeder der Beteiligten tut, was er tun muss und ZACK – hat man ein handfestes Problem. Denn der Wettbewerber schafft es innerhalb kurzer Zeit mit fähigen Leuten und Kapital einen modernen Shop hinzustellen, der auch was Usability betrifft auf dem Stand der Dinge ist. Gut verhandelte Einkaufskonditionen ermöglichen zusätzlich eine solide Marge und das Ding geht online.

Nach kurzer Zeit merkt man, dass die eigenen Zahlen zurückgehen. Nach etwas längerer Zeit sinken auch die Einnahmen aus dem organischen Traffic, da die Onsite und Offsite Maßnahmen des Wettbewerbers ihre Wirkung entfalten.

Durch Zufall bekommt man nun die Conversion Rate des Mitbewerbers in Erfahrung und diese liegt bei 3,1% (die eigene nur bei 1,5%). Was nun? Wie kann es sein, dass die innerhalb kürzester Zeit an mir vorbeigeschossen sind?

 

Der Online Marketing Mix beeinflusst die Conversion Rate

Beinhaltet mein Online Marketing Mix nur SEA und SEO kann man relativ genau steuern zu welchen Begriffen man Besucher auf die Website bringt. Ein paar longtail Keywords im SEO, ein Mix aus Brand- und generischen Begriffen im SEA ergeben insgesamt eine bunte Mixtour die sich in einer Conversion Rate von beispielsweise 1,5% niederschlagen. Schaltet man zusätzlich ein paar Display Kampagnen und findet zudem noch ein paar Affiliates, die noch mehr Traffic auf die Seite bringen, so merkt man bald, dass die Conversion Rate sinkt. Diese Online Marketing Maßnahmen streuen einfach viel breiter und nicht jeder Besucher, der meine Banner gesehen hat, möchte auch etwas kaufen. Die Conversion Rates von Display Traffic liegen bekanntermaßen weit unter den Zahlen des SEA Kanals, da dieser viel genauer ausgesteuert werden kann und man sich vorqualifiizierte Besucher einkauft.

Das nachfolgende Beispiel zeigt, wie unterschiedlich die Conversion Rates in verschiedenen Kanälen sein können (manche Kanäle mussten ausgegraut werden).

Wenn man sich nun vorstellt, dass der Wettbewerb zum Beispiel viel Geld in den Aufbau der Markenbekanntheit steckt und auf diese Weise die Anzahl der Brandsales steigern kann, so kann auch die Conversion Rate gesteigert werden. Die User bauen Vertrauen zur Marke auf und aus Käufern werden Wiederkäufer. Der Anteil der Wiederkehrenden Kunden steigt. Insofern hat der Online Marketing Mix einen maßgeblichen Einfluss auf die Conversion Rate und macht so eine Vergleichbarkeit unmöglich, denn jeder Website Betreiber (Online Marketing Manager) fährt hier eine andere Strategie.

Wie man im obigen Beispiel erkennen kann, erzielen die Zugriffe über CPC eine geringere Conversion Rate als die direkten Zugriffe (Markenbekanntheit). Auf der anderen Seite darf man auch nicht vergessen, dass der Einkauf des Traffics Geld kostet, der Cost per Sale steht also meinem Verkaufspreis abzgl. Kosten direkt gegenüber. Wenn man hier noch etwas weiter spinnen möchte, können allein schon unterschiedliche Keyword-Stragegien im SEA und SEO zu unterschiedlichen Conversion Rates führen.

Kurz gesagt: Die Art des Traffics beeinflusst die Conversion Rate.

Prozesse beeinflussen die Conversion Rate

Sind meine internen Prozesse vergleichbar mit denen des Wettbewerbs? Wohl eher selten. Jeder hat seine eigene Art des Einkaufs, ein anderes Netzwerk, unterschiedliche Shopsysteme, Zahlkarten und logistische Prozesse im Hintergrund. Daher kann auch aus diesem Grund keine Vergleichbarkeit von Conversion Rates vorgenommen werden. Und ja, auch ein Design macht einen Unterschied und beeinflusst unterbewusst unsere Entscheidungen!

 

Das Produktportfolio beeinflusst die Conversion Rate

Unterschiedliche Produkte führen zu unterschiedlichen Conversion Rates. Dies zeigen die Zahlen der AGOF jedes Mal aufs neue (auch wenn ich hier ein paar alte Zahlen aus einem Blogpost rausgekramt habe → Conversion Rates von Produkten)


Fazit

Ein Vergleich von Conversion Rates bringt aus meiner Sicht nichts. Unterschiedlichste (Online) Marketing Maßnahmen können (auch kurzfristig) die Conversion Rate nach oben oder unten verschieben und stimmen selten 1:1 mit dem eigenen (Online) Marketing Mix  überein. Darüber hinaus gibt es viele weiche Faktoren (vom Design, über die Markenbekanntheit, regionale Faktoren, das Vertrauen, Wetter, Events, etc.) die Websites bzgl. Conversion Rate einfach nicht vergleichbar machen.

Ein Vergleich mit dem Auto nebenan auf der Strecke bringt daher nichts, wohl aber die Kampfansage, dass ich am Wettbewerb vorbei will. Permanentes Optimieren sowohl von Traffic-Einkauf (PS, Leistung) und Conversion Optimierung (Drehmoment oder Übersetzung am Auto) sind daher aus meiner Sicht die sinnvollste Strategie.

 

Wie sind die Meinungen da draußen?








About the author
Gabriel Beck
Gabriel Beck ist Mitglied der Geschäftsleitung beim Conversion Spezialist Web Arts AG. Kontakt zu: Google+ Facebook Fanpage




22 Kommentare für: Was ist eine gute Conversion Rate? // Eine Frage für die Tonne!

Thorsten Eder

Der Post gegen Windmühlen.

Und noch ein Spruch:

Und Sie werden es doch nie verstehen.

Ralf Haberich

Gabriel,

scharf formuliert und sehr viel Wahres dran. Größter Augenmerk liegt meines Erachtens in Deiner Aussage, dass der Online Marketing-Mix die CR beeinflusst. Dies ist noch nicht in allen Marketing Manager-Köpfen enthalten.

Und dass die Konversion nicht der heilige Gral ist, hatte ich auch schon einmal angedacht (aber nicht so intensiv ausformuliert wie Du): http://www.web-analytics-blog.de/2012/03/09/top-mythen-konversion-13122869/

Ich stimme Dir also größtenteils zu. Vor allem, wenn man bedenkt, dass enormer Aufwand betrieben werden muss, um evtl. 0,00x% mehr Konversion erzielen zu können. Sprich: Abnehmender Grenznutzen der gesamten Aktion: http://www.web-analytics-blog.de/2012/04/16/gossensche-gesetz-web-analyse-13519085/

Gruß,
Ralf.

    conversiondoktor

    Danke Ralf fürs Anreichern und Dein Feedback!

André Morys

Hallo Gabriel, vielen Dank für den Artikel. Ich denke, das wird einen spannende Diskussion. Ich habe folgende Anmerkungen
1) Du hast Recht. Endgeschwindigkeit als Vergleichsbild ist kein guter Vergleich
2) Drehmoment ist es aber auch nicht

Ich habe die Geschwindigkeit genommen weil ich den kompetitiven Charakter der Kennzahl unterstreichen will. Prinzipiell ist die CR aber ein Effizienzfaktor – also eher vergleichbar mit dem Verbrauch eines Motors.

Der Motor konvertiert Sprit in Kraft. Der Verbrauch sagt, wie effizient er das schafft.

Jetzt sagst Du: Es gibt zu viele weitere Faktoren, die den Verbrauch beeinflussen, daher ist es keine für den direkten Vergleich geeignete Größe.

Das stimmt.

Es gibt zu viele Faktoren.

Dennoch kann man einen einzelnen durchaus vergleichen – man darf die anderen Faktoren aber auch nicht vergessen.

Du sagst: Man kann über den Traffic die Conversion steuern.

Das glaube ich immer weniger. Es ist eine der conversionfeindlichsten Sichtweisen, die ich kenne. Ich kenne nur Shopbetreiber, die ihre Kampagnen zurückdrehen müssen, weil die CPO zu hoch wird. Ich kenne nur wenige, die in die andere Richtung drehen können.

Wenn alle anderen Faktoren mehr oder weniger starrt sind – oder aufwändig zu beeinflussen – bleibt bei allen Faktoren am Ende die CR übrig, die den stärksten Effekt auf die kompetitive Leistung eines Online-Business hat.

Und das ist der Grund, warum es wichtig ist, eine realistische Sichtweise zu bekommen.

Ich kenne unzählige Shopbetreiber die NICHT optimieren, weil sie kein realistisches Ziel haben.

Ich kenne nur wenige Amazons, die am anderen Ende der Conversion-Verteilung liegen. Diese Beispiele sind für die logische Argumentation aus Sicht des „normalen“ (durchschnittlichen) Shopbetreibers ungeeignet.

Mein Plädoyer heißt übersetzt: Leute, hört auf zu glauben die CR sei starr. Schaut auf Eure Wettbewerber, Eure Branche, Euren Markt. Ihr MÜSST Euch bewegen – und genau dazu hilft es manchmal zu sehen, dass der Wettbewerber bereits kräftig vorbei zieht.

Übrigens: Am Ende geht es um den Deckungsbeitrag, das wissen wir ja alle schon längst. Es ist egal, mit welcher Kennzahl man die Diskussion führt. Wichtig ist, dass die Leute anfangen etwas an ihren Kennzahlen zu ändern.

Michael

Ich finde es wirklich klasse das es so bildhaft beschrieben ist. Dennoch denke ich hier wird eher über Shops jenseits der 500.000 EUR pro Jahr Abtelung geredet ?! Aber es gibt viele Punkte an denen man Ansetzen kann-und ja: Ich habe den Branding-Faktor, also den Bekanntheitsgrad per Disyplay Werbung auch schon bei kleineren Shop festgetsellt.

vielen Dank für den tollen Artikel und die lockere Formulierung.
Michael

Robin

Hallo Gabriel,

ein wirklich interessanter Artikel, der die Einflussfaktoren zur Conversion Rate transparenter macht. Ein starrer Wettbewerbsvergleich im luftleeren Raum ist sinnlos und CR-Optimierer sollten dagegen agieren, von Nonlinern über diesen abgerechnet zu werden. Die Intention von Herrn Morys war aus meiner Sicht nicht, starr zu vergleichen sondern ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo man qualitativ steht. Insofern sind Ihre beiden Artikel in Kombination sehr hilfreich. Letztlich gibt es aus meiner Sicht nur einen „starren“ Vergleich, der nützlich ist und das ist der Vergleich der eigenen Conversion Rate im zeitlichen (Optimierungs)Verlauf.

Robin

Mario Fischer

Hmmm… Eine heiße Diskussion.
Ich vermute, das Problem liegt darin vergraben, dass es auch keine eindeutige betriebswirtschaftliche Kennzahl gibt, die immer und überall gültig ist. Noch nicht mal den Gewinn nach Steuern kann man dafür heranziehen. Es gibt Unternehmen, die Ihren Gewinn und mehr komplett in Markenbekanntheit umwandeln wollen. Es gibt Unternehmen, denen sind gute Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter wichtiger, als ein hoher Gewinn.
Die meisten Kennzahlen geben also für sich alleine und ohne Zielbezug nichts her. Und -wie schon gesagt wurde- sie beeinflussen sich gegenseitig natürlich ganz massiv.
Macht man SEO, steigt auch der nicht so passende „Fehl“traffic an, die CR sinkt, der Gesamtumsatz steigt aber.
Fährt man die Preise runter, steigt die CR, aber der Gewinn geht zurück
Dazu könnte man noch hunderte Beispiele aufzählen.

Gibt es „die“ CR überhaupt bzw. macht es Sinn, eine aggr. Zahl zu verwenden (zur Steuerung/Vergleich)?
Macht es Sinn, für jeden Kanal eine eigene CR (plus Kanalkosten) zu berechnen und damit aus Effizienzunterschieden zu lernen?

Bei ansonsten unveränderten Rahmenbedingungen bringt eine höhere CR mehr Gewinn. Aber wo im Web hat man denn schon wenigstens nur für einige Stunden völlig stabile Verhältnisse? Es reicht ein Bericht im Fernsehen über XY und schon steigt der Such- und Klicktraffic für XY an. Je nach Inhalt des Berichts gibt es dann Info-Suchtraffic oder gar Kauf-Suchtraffic. Die CR steigt oder fällt – aufgrund eines externen Berichts, von dessen Existenz oder Auslöser man in der Regel noch nicht mal was mitbekommt.

Wenn wir also z. T. extreme Schwankungen haben, ständige Änderungen in den Kanälen und die Wechselirkungen wichtiger Kennzahlen untereinander… Dann fragt sich der Laie, was man da tatsächlich misst?

Effektivität: Wahl des Mittels zur Zielerreichung
Effizienz: Art des Mitteleinsatzes

Kann man also mit CR die Effizienz messen? NIcht so richtig, denn die Effizienz entspricht i. w. der Gestaltung der Website/des Shops/Benutzerführung ect. blabla.. Da es völlig unterschiedliche Kanäle gibt, mithin unterschiedliche „Mittel“, wenn man das so übertragen will, ist die Effektivität betroffen. Traffic aus SEA kann effektiver sein, als der aus SEO. Mit dem unterschiedlich effektiven Traffic muss man jetzt möglichs effizient umgehen. Das „was“ setzt man ein und das „wie setzt man es ein“ lässt sich nur trennen, wenn man es auch mit diesen unterschiedlichen Blickwinkeln sieht – oder?

Effizienter Mitteleinsatz bringt nicht so viel, wie effektiver Mitteleinsatz. Einen hohen Berg zu besteigen, wenn man zum Mond will, ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber der falsche Weg. Auch wenn man den Berg effzient und schnell besteigt…

Mein Fazit wäre, dass man keine der Kennzahlen für sich alleine zur Steuerung oder zum Vergleich mit anderen hernehmen kann. Noch nicht mal zum Vergleich mit der eigenen Vergangenheit (außer man hat extrem gute Daten gesammelt). Trotzdem sind solche Kennzahlen auch für sich alleine genommen wertvolle Hilfen, weil man ohne oder durch Kapitulation vor der Komplexität wiederum gar nichts in der Hand hätte.
Ich bin mir nicht sicher, ob meine Gedanken tatsächlich Sinn machen.
Was meint Ihr?

André Morys

Hallo zusammen,

wenn wir fest halten, dass die CR eine Effizienzkennzahl ist die ständig schwankt und von tausenden unbeherrschbaren Faktoren getrieben wird, dann liegt in meinen Augen der Vergleich zum PKW und dem Verbrauch weiterhin am nächsten.

Aber: Nur weil beim Gasgeben in Millisekunden der Verbrauch sich ändert – macht es diese Kennzahl mehr oder weniger sinnvoll?

    conversiondoktor

    Doch wie kann ich dann eine solche Kennzahl als Benchmark hernehmen? Woher weiß ich, in welcher Phase sich mein Gegenüber befindet? Beim Gasgeben, beim Maximum, irgendwo dazwischen? Das ist Grund, warum ich den Benchmark für nicht aussagekräftig halte. Es ist eine Momentaufnahme und wie Mario schon richtig sagt, ist da einfach zu viel Dynamik drin. Nimm als Beispiel mal die Conversion Rate eines Shops über die Weihnachtszeit… die steigt ja da bekanntlich auch an.

    David Kuruc

    Hallo zusammen!

    GEIL Benchmark- Schlacht finde ich Suuuper!

    Aber das sind schon etwas unterschiedliche Ebenen die angesprochen wurden. Ich denke die Frage ist was genau mit dem Vergleich bezweckt werden soll.

    Motivation: Menschen wollen vergleichen daher ist es durchaus legitim Vergleiche auch mithilfe von EXTERNEN Benchmarks zu ziehen gerade auch um Unternehmen auf den Hebel CR-Optimierung hinzuweisen. Ich glaube den Sinn der CRO aus BWL-Sicht wird ja wohl niemand hier per se hinterfragen wollen

    Controlling: Wenn jedoch mit solchen externen Benchmarks Web-Controlling betrieben werden soll, dann mag sich der Wagen in den Auspuff beissen um bei der Metapher zu bleiben. Weil es methodisch heikel oder sogar falsch ist wie richtig ausgeführt wurde

    Reporting und Interpretation: Ein Set von Kennzahlen das auch die CR enthält und die Veränderung der Kennzahlen zur Vergangenheit aufzeigen (INTERNE Benchmarks) ist schon der richtig Weg um Effizienzsteigerungen aufzuzeigen denke ich. Je nach Ebene und Reporting-Bedürfnis braucht es da halt eine Reduktion der Komplexität (weniger Kennzahlen und stärkere Aggregation) was natürlich zulasten der Aussagekraft geht. Das kann und soll jedoch durch eine Interpretation in Wort und Schrift ergänzt werden

    VG

    David

Joachim Graf

Lieber Andre Morys,
jetzt hast Du schon wieder alles vorweg genommen, was ich mir so als pointierte Widerworte ausgedacht habe. Jetzt bin ich beleidigt.

Ralf Haberich

Das Wort Benchmark in dieser (von Online-Celebrities gespickten) Diskussion erscheint mir zusätzlich als gefährlich.
Denn das hieße, dass bekannt ist, welches Unternehmen z.B. im eCommerce Bereich den absolut besten (oder sagen wir besser „höchsten, denn wir wissen ja, der beste Wert ist nicht die beste Information zum eigentlichen Vorhaben der Gewinnmaximierung) Wert hat. Ja, es gibt sogenannte Analyse-Tools, die mit einem Benchmark werben, aber a) nur auf die eigenen Kunden bezogen und b) zu unselektiert, da der Bereich „eCommerce“ ja nun ein großes Feld ist: vom Online-Shop des Fußgänger-Bürobedarf-Shops bis hin zu unser aller eCommerce Papst Amazon.

Eine Benchmark im eigentlichen Sinne wird also nie stattfinden.

Stimmts?

Ulrich Naegele

Aus meiner Erfahrung eignet sich die CR gut als Alarmsignal bei internen Benchmarks. Man vergleicht sich selbst mit seinen eigenen Zielen oder mit vergangenen Zeiträumen.

Zum Vergleich zwischen unterschiedlichen Sites eignet sich die CR nicht.

Beispiel:
2 Shops verkaufen Tinte und Toner. Der eine konvertiert 2% der andere 27%

Wo lag der Unterschied?

Shop Nummer 2 betreibt lediglich Printwerbung und legt damit seine Streuverluste in ein anderes Medium.

Viele Grüße aus Karlsruhe
Ulrich Nägele

Timo Schuermann

Der Vergleich der globalen Shop CR zwischen Unternehmen ist, wie bereits gesagt, von vielen Faktoren abhängig und daher sehr schwierig. Fassen wir aber den Vergleich enger und betrachten stattdessen Konversionspfade bestimmter Besucher-Segmente oder Teilbereiche des Shops, die weitestgehend unabhängig von Marketing-Aktionen funktionieren, kommen wir der Sache schon näher und sind durchaus mit anderen Shops vergleichbar. Betrachtet man beispielsweise die CR im Checkout spielen häufig Aspekte der Usability eine wichtige Rolle und weniger Marketing & Co. Der Kontext, in dem eine Kennzahl benutzt und verglichen wird, muss daher berücksichtigt werden.

Generell halte ich die Einwände, dass eine Kennzahl von vielen anderen Faktoren abhängt, für richtig, allerdings sollte man beachten, dass sich Kennzahlen grundsätzlich in dynamischen Abhängigkeiten bewegen. Oftmals bringt es einen dennoch weiter die Komplexität auf ein Minimum zu reduzieren, um eine Aussage treffen zu können.

…soweit meine Erfahrung… 😉

Vergleich von Conversion-Rates - Online-Marketing

[…] Gabriel Beck einen Blogpost veröffentlichte, um dieser Aussage zu widersprechen. Beide sind sehr bekannte und erfahrene […]

Conversion Thursday Sommerfinale | Blog über Web Optimierung und Conversion Rate Steigerung

[…] man eine Conversion Rate überhaupt festlegen. Wir haben da die Diskussion, die auf Gabriel Becks Blog angeregt wurde weitergeführt. Populistisches Fazit: Vergiss die Conversion Rate als Kennzahl! […]

Matthias

Vielen Dank für den sehr interessanten Beitrag zur Conversionrate.

Freundliche Grüße

Matthias

Conversionoptimierung durch Fokussierung

[…] Das Thema Conversionrate und die Vergleichbarkeit verschiedener Konversionsraten wird immer wieder diskutiert (so bspw. in dem Blogbeitrag von Gabriel Beck auf conversiondoktor.de). […]

Eduard Weber

Ich glaube nicht, dass die Conversionrate im Bezug auf die Teilbereiche der Website vergleichbarer wird. Die Artikel selbst bedarfen im Checkout je nach Preissegment auch wieder unterschiedliche Überredungskünste. Das zieht nur wenn beide Shops, gleiche Services bieten, gleiche Zahlungsarten und gleiche Shopsysteme.

Ich glaube aber, dass die CR vergleichbarer wird und dann der Vergleich auch Sinn macht wenn man eben genau diesen Marketingmix mit einbezieht. Bei direkten Zugriffen und Referern durch Backlinks schwierig, zugegeben. Aber wenn man die CR für den Kanal Adwords eingeschränkt vergleicht mit einem Mitbewerber dann macht das ziehmlich viel Sinn. Man sollte dann aber auch die Streuung des Mix einbeziehen und dann Tendenzen einbeziehen.

Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen. Es gibt durchaus Shops, die Ihre CR „natürlich“ zerstören durch Namensübereinstimmungen. Ich meine wenn für das Keyword „Real“ in Spanien den deutschen Handel findet dann braucht sich das Marketier nicht zu wundern…

Julia

Hallo,

in dem CR-Wert ist ein Großteil der Widerkäufer enthalten.

Gibt es einen verlässlichen Vergleichs-Wert der diese Widerkäufer unberücksichtigt läßt?

Ich habe im Studium einmal gelernt, dass man bei Zielgruppenansprache im Durchschnitt 2 o/oo als Neu-Kunden gewinnen kann -> wohl gemerkt Promille und nicht Prozent.

Grüße

Julia

Was ist eine gute Konversionsrate? | CYBERDAY GmbH Blog

[…] der eigenen Conversion Rate mit der eines Wettbewerbers? NICHTS!“ erklärt Gabriel Beck auf conversiondoktor. Die CR hat nichts mit dem Umsatz zu tun. Insofern sollte nicht zu viel Gewicht auf die ‚nackte […]

Was ist eigentlich eine gute Conversion Rate? » Blog für den Onlinehandel

[…] bringt also der Vergleich der eigenen Conversion Rate mit der eines Wettbewerbers? NICHTS!“ erläutert Gabriel Beck auf conversiondoktor. Die Konversionsrate sagt demnach nichts über den Umsatz aus. Daher sollte der Fokus nicht zu […]





Leave a comment





 

Kontakt

© Conversion und Landing Page Optimierung Blog 2016 - Conversion und Landingpage Optimierung Blog